Saturday, February 22, 2014

VN-Alumni aus Greifswald: Der Wiederanfang

Cám ơn Henry đã  viết  về sự trở lại Greifswald của chúng tôi, những người đã từng học tập và nghiên cứu tại đây từ hơn 30 năm qua và về những bước đi ban đầu để từ năm 2003 đến 2008 có gần 100 Nghiên cứu sinh Việt Nam lại được gửi sang Greifswald học tập. 


2000: Die ehemaligen Biologie-Studenten Khuong, Binh und Giuc am Eingang ihres früheren Botanischen Instituts in der Grimmer-Strasse
(2013 ist dieses Institut in die Soldtmann-Strasse gezogen)

In den Jahren 1963-1980 studierten insgesamt 50 Studenten aus Vietnam in Greifswald. Alumni aus dieser Zeit waren dann die Initiatoren, das 40 Jahre später, ab 2003 bis 2008, wiederum fast 100 Studenten aus Vietnam vorwiegend in Greifswald promovieren konnten.
 
Wie ab Ende 1997 die ersten Schritte für einen Neuanfang erfolgten und wie dabei unsere alten Greifswalder Freunde ihre früheren Kommilitonen nach 30 Jahren wieder gefunden haben, darüber möchte ich nun berichten. Eigentlich wird Dr. Henry Witt darüber schreiben. Er ist so ein alter Freund von uns. Henry war in sehr schwierigen Zeiten, in den siebzigern Jahren (siehe nachfolgendes Foto), in Vietnam. Aber darüber wird er vielleicht später gerne noch selbst berichten.


Das war der damaliger Ausweis von Dr. Herny Witt als Spezialist (Biologe) in Vietnam. 
Hier nun sein Bericht, den er 2002 für das "JGEP-Jahrbuch 2002" schrieb:
Im Jahre 1997 begab ich mich in das Archiv der Universität Greifs­wald. Mein Ziel war es, die fast verlorenen Fä­den in Richtung Viet­­nam wieder aufzu­neh­men. Nach kurzem Su­chen hatte ich die Namen der 50 ehe­ma­li­gen Kommilitonen zu­­sammen. Mein Ver­such, den Rektor Prof. Kohler für diese Ge­schichte zu interessie­ren, fiel auf fruchtba­ren Boden. Wir schrie­ben einen Brief an Prof. Binh in Hanoi. Binh war einer un­se­rer Mitstudenten, dessen Adresse mir bekannt war. Die po­si­tive Antwort kam umgehend. 

Im Herbst 1999 bekam die Universität vom DAAD die Ein­la­dung zur Gründung eines Vietnamesisch-Deutschen Zen­trums in Hanoi. Der Rektor überlegte und delegierte  seinen Pro­rektor in das ferne Land. Bevor dieser aber sich auf die Reise begab, ging ich zu ihm. Prof. Metelmann hörte sich meine Informationen an, ich versuchte ihm nahezubringen, was für einen Stellenwert die Ernst-Moritz-Arndt-Univer­si­tät Greifswald in Vietnam hat. Dabei erwähnte ich die ehe­maligen Kommilitonen und das Agarprojekt, welches als ein­ziges Entwicklungshilfeobjekt der DDR in Vietnam bis heute überdauert hatte und ca. 18.000 Menschen in Lohn und Reis hielt. Etwas ungläubig aber erwartungsfroh fuhr Prof. Metelmann nach Vietnam. Dort empfingen ihn die ehe­mali­gen Greifswalder Studenten. Wie keinen anderen der zur Er­öff­nung dieses Zentrums angereisten Gäste nahmen sie sich seiner an und betreuten ihn. 


Kurz nach seiner Rückkehr kam die Information, dass der DAAD ein „Alumniprogramm“ aufgelegt habe. Ich besorgte mir die Unterlagen und versuchte die Anforderungen zu erfassen und die Greifswald-Vietnamesische Situation darzustellen. Das Wunder geschah, wir bekamen fast 20.000 DM. Ich überlegte, wen man einladen könnte. Zunächst war mir klar, Binh, Giuc, Khuong und Lai sind die Förderer auf vietnamesischer Seite. Prof. Binh als Direktor des Instituts für Biotechnologie in Hanoi, Prof. Khuong als Chef des Instituts für Meeresprodukte in Haiphong, Dr. Giuc als Abteilungsleiter des Ministeriums für Wissenschaft & Technik und Frau Dr. Lai aus dem Institut für Geologie in Hanoi kamen zu unserem Alumnifest des Jahres 2000. Die Begeisterung auf allen Seiten war groß, denn auch die Greifswalder Kommilitonen waren sofort mit Einsatz bei der Betreuung. Und wir feierten bei „Hänschen“, besichtigten die Institute, fanden alte Freunde. Es war einfach eine schöne Woche.  

Im Oktober, so hatten wir versprochen, kommen wir nach Viet­nam. Inzwischen hatte sich die Arbeitsgruppe Vietnam gebildet, und es waren mehrere Projekte und Ideen ent­wickelt worden. 

Ich hatte seit meiner Rückkehr davon geträumt, noch ein­mal nach Vietnam zu kommen. Es sollte nach 1977, meinem letzten Aufenthalt in diesem Land, nun tatsächlich eine Mög­lichkeit geben. Einen alten Mitstreiter, Dr. Helmut Hübel, informierte ich von diesem Vorhaben und fragte ihn, ob er Interesse an einer solchen Fahrt hätte. Er sagte sofort zu. 


In der Arbeitsgruppe Vietnam hatten sich eine Reihe Mit­streiter gefunden. Wir flogen also mit 13 Personen nach Hanoi und wurden dort sofort in ein intensives Aufenthalts­pro­gramm (Hanoier Universität der Wissenschaften, Akademie­institute, Workshop in Nam Dinh, Exkursion nach Hai­phong, Ministerbesuche etc.) eingebunden. Unsere ehemali­gen Kommilitonen umsorgten uns sehr herzlich. Das von uns ausgerichtete Alumnifest in Hanoi war ein krönender Höhe­punkt. 


 Wieder in Greifswald angekommen, berichteten wir dem Rektor von einem Programm des vietnamesischen Staates. Ziel dieses Programms ist es, eine neue wissenschaftliche Füh­rungsschicht auszubilden. Es gibt zur Zeit nur etwa 9.000 promovierte Wissenschaftler bei 80 Millionen Einwohnern. Die meisten davon sind über 50 Jahre alt. Vietnam hatte ein Projekt entwickelt, mit welchem herausragend befähigte Stu­denten ins Ausland geschickt werden sollten, um dort zu promovieren. Insgesamt 200-300 sollten es nach dem Wunsch der Vietnamesen in einem Sofortprogramm sein.  Davon war als Zielort Greifswald für 50 zukünftige Wissenschaftler ausgesucht worden.  
Den nächsten Antrag auf Alumni-Unterstützung befand der DAAD ebenfalls positiv, wieder waren es 20.000 DM. Im März 2001 fuhr der Kanzler der Universität Greifs­wald, Herr Jacob, nach Vietnam. Er war ein gern gesehener Gast. Er schloß einen Vertrag zwischen der Universität der Wissenschaften Hanoi, dem Institut für Biotechnologie Hanoi und der Universität Greifswald ab. 

Im Mai 2001 besuchten Frau Dr. Hoa, Frau Dr. Anh, Frau Dr. Vinh und Herr Dr. Dung  Greifswald. In der Woche ihres Aufenthaltes konnten wir kaum alle Wünsche in Greifs­wald befriedigen, denn ob Einladungen in die Insti­tute, nach Hiddensee oder private Kontakte, der Ansturm auf diese Alumni war überwältigend. 

Wieder wurde ein Rückbesuch vereinbart. Im Oktober fuhren wir mit 6 Kollegen nach Hanoi. Das Programm sah neben umfangreichen Kontakten mit unseren ehemaligen Kommilitonen auch eine Eingangsklausur für künftige Pro­mo­venten in Greifswald und die Einrichtung einer Aussen­stelle der Universität Greifswald in Hanoi vor. 

Natürlich gab es auch ein Alumnifest. Es wurde am Hoan Kiem See in Hanoi gefeiert, 18 unserer ehemaligen Mit­studenten waren gekommen und die Frage war oft im Raum – wann kann ich Greifswald wieder sehen?


Vinh und Hoa das erste Mal im Mikrobiologischen Prakti­kum in Greifs­wald – heute sind sie “gestandene” Mikrobiologinnen an ihren Einrich­tungen
(Foto: Nguyen Thi Vinh)

Monday, February 17, 2014

Feiertage in Vietnam: Reiskuchen (Bánh chưng) zum Tet-Fest

Tết Giáp Ngọ đã qua, nhưng hôm nay tôi mới có thời gian viết mấy dòng về Bánh chưng và sự tích bánh chưng bánh dày. Là người Việt Nam chắc thời thơ ấu ai cũng được ông bà, cha mẹ kể cho nghe về sự tích mang đầy tính nhân văn này. Tuy nhiên tôi muốn qua những dòng này chia sẻ với bạn bè nước ngoài một chút về  văn hóa của dân tộc Việt Nam.

Da werden gerade die Blätter für ein Bánh Chưng (quadratischer Reiskuchen) gefüllt.

Die Tet-Tage sind nun schon wieder vorbei. Zuvor hatte ich ja schon über die drei Küchengötter geschrieben. Doch nun möchte ich über eine ganz besondere Tet-Spezialität schreiben: Bánh chưng – Reiskuchen.

Für die Vietnamesen darf diese traditionelle Spezialität zum Tet-Fest nicht fehlen. Es ist ein in grünen Phrynium-Blättern (ein Pfeilwurz-Gewächs) eingepackter Reiskuchen (Bánh chưng). Typisch ist seine quadratische Form. Dann gibt es noch einen runden, flachen und nicht eingepackten weißen Reiskuchen (Bánh dày). In manchen Regionen könnte man auf Bánh dày verzichten, aber Bánh chưng ist unentbehrlich.


Die Phrynium-Blätter hängen nach dem Waschen einige Zeit zum Trocknen.

Schon ein paar Tage vor dem Tet-Fest werden der besonders gute Klebreis (gạo nếp), grüne Bohnen und gute Phrynium-Blätter besorgt. Unsere Kinder freuten sich immer schon auf diese Vorbereitungen der Eltern. Denn am Tag vor dem Mondkalender-Silvester dürfen sie bei der Zubereitung (Gói bánh) mithelfen. Als sie noch klein waren, haben sie den Reis und die Bohnen "ausgelesen". Bei der eigentlichen Zubereitung (Gói Bánh) sitzen sie dann daneben und verfolgen, wie der Vater die Arbeit machte. Sie warteten auf den Moment, wenn der Vater zum Schluss extra für jede seiner beiden Töchter einen kleinen Bánh chưng machte.
Nach dem die frisch gekochten Bánh chưng auf dem Altar zur Erinnerung und Ehrung unserer Vorfahren und auch Gott aufgestellt wurden, erst dann durften die Kinder ihre kleinen Bánh chưng aufmachen und ihn genießen.
Jetzt, wo die Kinder nun schon erwachsen sind, hat sich die Prozedur etwas umgekehrt: Sie machen jetzt alle Vorbereitungsarbeiten für die Eltern zum "Gói Bánh". Aber geblieben ist: Der Opa bereitet nun zum Schluss einen kleinen Bánh chưng für seine liebe Enkelin Kha Lam. Auch heute sitzen wir noch am warmen Feuer des extra in der Küche aufge-bauten Kohleofens erzählen uns die Geschichten und Legenden über Tet und Bánh chưng während die Bánh chưng vor sich hin köcheln. 


Diese Prozedur dauert in der Regel 12 Stunden. Früher, aber auch heute noch bei vielen Familien, war diese lange Kochzeit auch gleich ein großes Familienfest. Der ganze Familienclan kam zusammen. Das Feuer für die Bánh chưng brannte auf dem Hof. Fleisch wurde gegrillt. Die Kinder spielten um das Feuer herum. Man genoss die arbeitsfreien Tage zum Tet-Fest.  


Hier nun eine solche Geschichte:
"Es war einmal in der zu den Anfängen des vietnamesischen Staates Van Lang, als ein Hùng-König (Hồng Bàng–Dynastie) einen großen Sieg über die Shang–Dynastie erzielte. Der erfolgreiche sechste Hùng-König beschloss nun einen seiner Söhne als Nachfolger auszuwählen. Darauf hin hatte er sich einen kulinarischen Wettbewerb zum Tet-Fest  unter seinen Söhnen ausgedacht. Jeder Prinz sollte eine Delikatesse offerieren, die zur Tet-Zeit seine Aufrichtigkeit gegenüber den Ahnen darstellen sollte. Wer das köstlichste Gericht auf den Ahnenaltar stellen könnte, der sollte der nächste Herrscher des Landes werden. So war die Idee. Die älteren Prinzen versuchten nun, die seltensten und köstlichsten Spezialitäten aus den Wäldern und dem Meer für den Wettbewerb zu finden. Der jüngste Prinz Lang Lieu aber, der ärmste Sohn von Hùng Vương, hatte jedoch zwei einfache Gerichte mit solch alltäglichen Zutaten wie Reis, Bohnen und Schweinefleisch in Form eines quadratischen, grünen Kuchens und eines runden weißen Kuchens gekocht. Der quadratische Kuchen, Bánh chưng genannt, sollte die Erde symbolisieren und der runde Kuchen, Bánh dày genannt, den Himmel. Das entsprach den Vorstellungen der Menschen damals, wonach die Erde eben quadratisch sei und der Himmel rund.
Der Hùng-König fand, dass Bánh chung und Bánh day nicht nur sehr lecker schmeckten, sondern sie widerspiegelten auch eine feine Dankbarkeit und Hochachtung gegenüber den Ahnen und unsere Natur. Die Schaffung von Bánh chung und Bánh day zeigte so auch ein tiefes Verständnis des Prinzen Lang Lieu über die lebenswichtige Wirtschaft des Landes: den Reisanbau.

Prinz Lang Lieu gewann den Wettbewerb und wurde der siebente Hung- König des Van Lang Staates."

Bánh chung und Bánh day wurden seit dem unentbehrliche traditionelle Gerichte der Vietnamesen zum Tet-Fest.


So, die Bánh Chưng sind nun fertig gekocht.

Heutzutage, in der modernen Gesellschaft, in den Großstädten, verzichten die Menschen manchmal darauf selber Bánh chung zu zubereiten. Doch die Tradition der Vorfahren zum Tet-Fest mit Bánh chung Ahnen zu ehren, bleibt auf Ewigkeit.

Wednesday, January 29, 2014

Feiertage in Vietnam: Die drei Küchengötter und das Tet-Fest


Trong ảnh là chiếc bếp kiềng điển hình ở nông thôn và trên vùng cao của Việt Nam cách đây vài ba chục năm. Trước nữa, cho đến những năm tôi lên 4 lên 5 tuổi gì đó, tôi vẫn nhớ mẹ tôi còn tự nặn 3 ông đầu rau bằng đất sét trôn với một ít trấu. Sau đó mẹ đem phơi nắng 3-4 hôm cho khô rồi dùng để đun nấu. Gần Tết, khi ngồi cùng mẹ trong bếp lúc mẹ nấu cơm, đôi khi mẹ kể cho tôi nghe về sự tich "3 ông đầu rau"


Könnt Ihr die drei Küchengötter sehen? Das ist auf dem Lande Vietnams eine typische Küche. Auf dem Stahlrost steht der Kessel. Bis zu den 60-igern Jahren jedoch stand der Kessel auf drei gebrannten Tonsteinen. Das waren die drei Küchengötter, die immer kurz vor dem Tet-Fest verschwanden.
(Foto: Le Minh Duc, März 2014 in Thanh Hoa Provinz)

Diesmal haben wir vor dem Tet-Fest nicht nur das ganze Haus geputzt, nein, sondern auch Dach und Dachboden repariert. Kein Wunder, dass die drei Küchengötter aus unserer Küche verschwunden sind und erst zum Mondkalender-Neujahr wieder kommen werden.

Unsere deutschen Freunde nicken bei unseren Erzählungen zur Vorbereitung des Tet-Festes immer sehr verständnisvoll. Sie glauben wohl, bei diesem Trubel einfach mal so zu verschwinden, so als Gott, kann man gut nachvollziehen. Doch es steht eine ganz andere Geschichte dahinter.

Aus dem chinesischen Daoismus stammt die nun folgende Legende von den drei Küchengöttern. Sie wurde über Jahrtausende mündlich überliefert und damit auch "vietnamisiert". Die Geschichte von den "2 Männern und einer Frau" oder eben auch ...


Die Legende von den Küchengöttern
Trong Cao und seine Frau Thi Nhi waren schon einige Jahre miteinander verheiratet. Doch Kinder waren ihnen versagt. Sie waren unglücklich und stritten sich. Einmal war Trong Cao derart erbost, dass er seine Frau schlug. Thi Nhi war zutiefst verletzt und verließ ihn. Sie traf dann Pham Lang und verliebte sich in ihn. Sie heirateten und lebten glücklich zusammen.


Doch Trong Cao bereute im Nachhinein doch sehr sein Verhalten gegenüber Thi Nhi. Er machte sich auf den Weg, sie zu suchen. Einige Zeit ist ins Land gegangen. Er fand sie nicht und all sein Geld war aufgebraucht. So blieb ihm nichts anderes übrig, er musste betteln gehen. Eines Tages bat er auch bei der neuen Familie von Thi Nhi um Hilfe, jedoch ohne sie zu erkennen. Aber Thi Nhi erkannte Trong Cao sofort wieder und umarmte ihn.

Doch plötzlich kam ihr neuer Ehemann Pham Lang von der Feldarbeit nach Hause. Aus Angst hat sie Trong Cao in dem mannshohen Reisstrohhaufen auf dem Hof versteckt. Unglücklicherweise jedoch brauchte Pham Lang gerade jetzt Asche aus Reisstroh als Dünger für die Felder. Er ging auf den Hof und zündete den Reisstrohhaufen an. Trong Cao verbrannte und starb. Thi Nhi in dem Gefühl, sie hätte Trong Cao in den Tod getrieben und sprang nun selbst auch in den brennenden Strohhaufen. Sie wollte mit ihm sterben. Pham Lang war betroffen über diese unerwartete Entwicklung und sprang nun seinerseits auch in den lodernden Strohhaufen. Auch er wollte mit seiner Frau sterben.


Die Seelen der drei stiegen in den Himmel auf. Gott war so berührt von den tiefen Gefühlen der drei zueinander. Daher weihte er sie zu Küchengötter. Jeder hat dabei seine Aufgabe: Pham Lang wurde zum Küchengott, Trong Cao war für das Haus zuständig und Thi Nhi verwaltete von nun an das Haushaltsbudget.

Die Verantwortlichkeit für die Hauswirtschaft liegt somit bei uns schon traditionell in den Händen einer Frau. Die drei Ton-"Köpfe", so nennen wir die drei Feuersteine früher am Kochplatz, das sind die drei Götter. Sie schreiben das ganze Jahr über alles auf, was so die der einzelnen Familienmitglieder so gemacht haben. Ja und dann kurz vor dem Tet-Fest, verschwinden sie halt. Nicht aus Stress wegen dem Putzen, nein, sie berichten dem obersten Gott.


Wie kann man nun erreichen, dass nur die guten Dinge berichtet werden? So ist es bei uns Tradition geworden, 3 Hütten aus Papier am Altar aufzustellen. Eine gelbe Hütte in der Mitte (für die Thi Nhi) und an den Seiten je eine schwarze Hütte für die beiden Männer. Dazu kommen 3 Paar Schuhe und 3 Karpfen. Und es werden Räucherstäbchen angezündet. Danach werden die Hütten und Schuhe verbrannt und die Karpfen im nächsten Gewässer ausgesetzt. Die Karpfen bringen dann als Drache die drei Götter in den Himmel.



Ich erinnere mich noch, früher (also als ich 4-5 Jahr als war) hat meine Mutter solche Ton-"Köpfe" noch selber aus Ton oder Lehm, gemischt mit etwas Reisspelzen, geformt, 3-4 Tage an der Sonne getrocknet und dann eben als Feuerstein benutzt. Der Stein für die Frau war etwas kleiner als die beiden Steine für die Männer. 



Wie gesagt, erst später (in den 60-iger Jahren, wurden die Ton-"Köpfe" durch ein Dreibein, ein Stativ aus Eisen, zum Kochen ersetzt.

Noch zum Schluss will ich nicht vergessen, diese schöne Geschichte und noch viele mehr stammt von einem Kollegen des Instituts für Han-Nom. Viel Spaß.

Thursday, January 23, 2014

Traditionen in Vietnam: Bambustanz (Múa Sạp)




Bambustanz in Greifswald über Generationen hinweg
LINKS OBEN: die erste Generation vietnamesischer Studenten in Greifswald vor 40 Jahren;
LINKS UNTEN: die neue Generation 30 Jahre danach ist genauso begeistert
(während eines MultiKulti-Abends am 5.12.2003 in Greifswald) und
RECHTS UNTEN: die neue Studenten-Generation begeisterte auch deutsche Schüler eines Gymnasiums in Greifswald (Juni 2004)

Kürzlich erzählte ich über meine Eindrücke vom deutschen Volkslied "Die Vogelhochzeit". Dabei erwähnte ich auch kurz unser Singen und Tanzen damals aus unserer Studentenzeit in Greifswald. Wenn wir unter uns waren oder mit den deutschen Studenten zusammen gefeiert haben, dann haben wir immer viel Spaß mit unserem traditionellen Bambustanz gehabt.

Man kann viele Bilder und Videos zum Bambustanz im Netz finden. Vor allem Touristen durch Thailand, Vietnam, Phillippinen, Indonesien und sogar durch Indien kennen diesen Bambustanz. Aber welche Bedeutung hat dieser Bambustanz für uns, in Vietnam?

Bambustanz ist bei uns ein sehr beliebter traditioneller Tanz der Volksgruppen Muong und Thai in der nordwestlichen Bergregion Vietnams. Es wird dort meist an Festtagen in Gruppen getanzt.

Zum Tanzen werden dort werden 2 Sorten an Bambusstäben (Sạp) benötigt:
+ 2 lange Bambusrohre etwa 3-4 m lang und 3-4 cm Durchmesser 

   als Tanzfeldbegrenzung aber auch als Klangkörper.
+ mehrere kleinere, etwa 2 -2,5 m lange Bambusrohre.


Die kleineren Bambusrohre werden paarweise senkrecht auf die langen Stäbe gelegt. Das rhythmische Schlagen der kleineren Stäbe auf die großen Rohre, das ergibt den typischen Sound und macht die große Wirkung und Faszination dieses Tanzes aus.



Hier tanzen vietnamesische Studenten und Greifswalder Gymnasialschüler gemeinsam den Bambustanz (Projekttage Juni 2004)

Beim Tanzen gibt es 2 Gruppen von Tänzern: eine Tanzgruppe und eine Führungsgruppe. Jede Gruppe besteht aus 2, 3 oder mehreren Paaren. Die Führungsgruppe (oder auch die Rhythmusgruppe) sitzen paarweise an den Enden der kleineren Bambusrohrpaaren und schlagen auf die langen Bambusrohre im vier-viertel Takt. Die Tanzgruppe tanzt auch in Paaren nach diesem Rhythmus.

Früher gab es noch keine Musik zum Tanz. Nur der Rhythmus des Schlagens der Bambushölzer wirkte. Erst später, in den 50-iger Jahren, haben die Komponisten Sao Mai und Đỗ Nhuận in Anlehnung an einer Thai-Volklore die heute so bekannte Melodie für den Bambustanz geschrieben.  Zum Tanz wird seitdem nun auch gesungen.


Also, Thai und Muong tanzen immer, wenn es bei ihnen etwas Besonderes zum Feiern gibt: zu den verschiedenen Festen im Jahr und auch zum Erntedankfest. 
Wir, die Kinh, wir haben diesen Tanz von den Muong oder Thai übernommen. Als ich in die Schule ging, haben wir den Bambustanz meist während der Zeltlagerzeit getanzt. Die Jugend tanzte den Bambustanz sehr gern. Es musste nicht immer erst einen besonderen Anlass geben, z.B. vor einer Versammlung wurde auch häufiger getanzt. Heute ist so etwas jedoch seltener.

ZELTLAGERZEIT = Die Frauenorganisation, die Jugendorganisation des Dorfes und der Elternverband der Schule organisierten und unterstützten damals für die Kinder von der 2. bis 5. Klasse einmal jährlich, meist im Juni, 3 bis 4 Tage eine solche Zeltlagerzeit. Wir zelteten entweder auf dem Hof der Schule oder auf irgend einer freien Fläche des Dorfes. Wir spielten, sangen und tanzten u.a. auch diesen Bambustanz im Wettbewerb unter den verschiedenen Gruppen. Dann kam der Krieg. Es wurde lange Zeit nicht mehr fortgesetzt. Eigentlich dachte ich, dass es heute so etwas in dieser Form nicht mehr gibt. Aber solche Campingtreffen scheinen an einigen Universitäten in Hanoi wieder neu aufzukommen.


Thursday, January 16, 2014

Kinderfeiertage in Deutschland und Vietnam: Vogelhochzeit und Mondfest

Hồi còn là sinh viên ở Greifswald, chúng tôi hay tổ chức vui văn nghệ vào những dịp lễ đặc biệt của dân tộc hoặc nhân các dịp lễ của Đức. Chúng tôi múa hát những bài hát của Việt Nam và cả những bài hát của Đức. Bây giờ chúng tôi đã trở thành ông bà, các bạn Đức hay gửi tặng cho các cháu CD ca nhạc thiếu nhi và nhạc dân tộc. Đặc biệt có bài hát "Đám cưới chim" là một bài hát dân gian có từ cách đây khoảng 700 năm, ngày nay vẫn được hát vào dịp lễ hội "Đám cưới chim" thường được tổ chức ở các vùng có dân tộc Sorben sinh sống vào ngày 25 tháng giêng hàng năm.





Das in Deutschland so bekannte Kinderlied von der Vogelhochzeit
(Quelle: Youtube)

In unserer früheren Studienzeit in Greifswald haben wir unter uns, aber eben auch für die deutschen Freunde, viel gesungen und getanzt. Beim Tanzen natürlich, haben wir mehr unsere traditionellen Tänze von uns zu Hause gezeigt. Ähnlich war es beim Singen. Von den deutschen Volksliedern haben wir damals nur wenige kennengelernt. Nun sind wir Großeltern und unsere Freunde bringen uns für die Enkelin verschiedene bekannte Kinderlieder auf CD. Darunter auch das Lied von der Vogelhochzeit.

Selbst in Deutschland ist es gar nicht mehr so bekannt, dass dieses Lied auf eine Tradition zurückgeht, die heute nur noch in einigen Regionen als Kinderfest gefeiert wird, z.B. bei den Sorben in der Lausitz zwischen Cottbus und Bautzen. Jedes Jahr, am Abend vor dem 25. Januar, stellen die Kinder dort einen Teller raus. Am nächsten Morgen sind dann Süßigkeiten darauf in Form von Vögel oder Nestern. Die Vögel fangen mit dem Nestbau an und somit soll es in dieser Art wohl ein Dank der Vögel an die Fütterung durch die Kinder in der Winterszeit sein.

Hier wird  in der Lausitz von den Kindern jedes Jahr am 25. Januar die Vogelhochzeit gefeiert.
(Quelle: Youtube)

Aber wieso wird dieses Kinderfest schon im Januar gefeiert? Die Zugvögel sind noch nicht da und wir kennen diese Zeit in all den Jahren nur mit Frost und Schnee. Nun kann man in den verschiedenen Beschreibungen über diese Tradition nachlesen, dass es ein alter vorchristlicher Brauch sein soll. Also eine Tradition die schon älter als 1200 Jahre ist. Vor etwa 600 - 700 Jahren, also um 1400, ja da gab es in Europa eine richtig warme Zeit - das sogenannte Mittelalter-Optimum oder auch als Wikinger-Ära bezeichnet. Dieser Brauch soll aber schon älter als 1200 Jahren sein. Doch da war es in Europa noch richtig kälter als heutzutage. Aber in einem aktuellen Interview kann man nachlesen, dass zur Zeit viele Kohlmeisen und Blaumeisen zu hören sind und anfangen, Nesthöhlen zu bauen. Also doch.

In Vietnam haben wir auch ein sehr beliebtes Kinderfest, dass eng mit der Natur, dem Wetter und natürlich auch mit Süßigkeiten verbunden ist - das Mondfest. Das findet aber am 15. August nach dem Mondkalender statt. Dazu in Kürze mehr.